Männ[sch]lichkeit.

Übernimm Verantwortung – brich mit Rollenbildern.

Gewalt an Frauen ist in erster Linie ein Männerproblem. Die Hauptgründe für die massive Gewalt sind tief verankerte patriarchale Strukturen sowie destruktive Männlichkeitsnormen und Rollenbilder. StoP hat im September eine Kampagne gestartet, um diese Strukturen und Rollenbilder aufzubrechen. Am 6.9.2023 fand auf dem Platz der Menschenrechte in Wien die Auftaktveranstaltung mit Sozialminister Johannes Rauch statt.

Der Kampagnentitel „Männ[sch]lichkeit“ bedeutet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Mannsein und mit Männlichkeiten. Es ist eine Kampagne von Männern für Männer. Es ist ein Aufruf, um sich mit traditionellen Rollenbildern, mit patriarchalen Herrschaftsverhältnissen und Feminismus auseinanderzusetzen. Die Kampagne soll das Bewusstsein schärfen und ein fundamentales Umdenken in der Männerwelt und eine klare Haltung und ein deutliches Handeln gegen Gewalt an Frauen erwirken. Denn Gewalt an Frauen ist tief im Patriarchat verwurzelt und muss aufgebrochen und verändert werden. Deshalb braucht es radikale Forderungen, die das Problem bei der Wurzel packen: bei sexistischen Einstellungen und patriarchalen Vorstellungen von Männlichkeiten und Geschlechterrollen. Der Untertitel „Übernimm Verantwortung – brich mit Rollenbildern” soll dazu aufrufen. 

Die Kampagnenidee „Männ[sch]lichkeit“ stammt von der feministischen Männerarbeit des Projekts „StoP-Stadteile ohne Partnergewalt“. Sie wurde vom StoP-Männertisch in Margareten in Wien mitentwickelt. Engagierte Männer treffen sich seit fünf Jahren und setzen ein Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen. Sie kommen ins Gespräch, bauen Beziehungen auf und zeigen Zivilcourage gegen Partnergewalt. Sie überlegen gemeinsam, wie sie öffentlich gegen Femizide und häusliche Gewalt an Frauen und Kindern auftreten können. Nach dem Motto: Was sagen. Was tun. Sie wollen damit einen öffentlichen Diskurs unter Männern starten und einen Um-Denkprozess anregen. Sie wollen positive Vorbilder für die Gesellschaft sein und zahlreiche Männer motivieren, bei der StoP-Männerarbeit mitzuwirken. Denn ohne eine proaktive Beteiligung von Männern kann das gesamtgesellschaftliche Problem nicht langfristig und effektiv gelöst werden. 

 

Die Umsetzung von „Männ[sch]lichkeit“ erfolgt über die feministische StoP-Männerarbeit und soll eine starke mediale Aufmerksamkeit und Bedeutung erreichen – sowohl in den sozialen Medien als auch in Online-, TV-, Radio- und Print-Medien. Mehrere Botschaften werden mit dem Begriff Männ[sch]lichkeit verknüpft und ihre Relevanz wird jeweils thematisiert: „Gefühle zeigen ist männ[sch]lich”, „Fehler eingestehen ist männ[sch]lich”, „Hilfe suchen ist männ[sch]lich” und „Care-Arbeit ist männ[sch]lich”. Darüber hinaus sollen insbesondere Männer zum Mitmachen begeistert werden und online wie offline neue Botschaften entwickeln. 

Die Botschaften von „Männ[sch]lichkeit“ wurden und werden mit Sprühschablonen in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Sie sind auch auf T-Shirts (hier sind sie zu erwerben) und Stickern erhältlich. Die internationalen Kampagnen wie „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ und Orange the World werden ebenfalls genutzt, um das Bewusstsein bei Männern zu schärfen und zu stärken. 

Der Kampagnenplan vonMänn[sch]lichkeit“ hat mehrere Schritte. Der Startschuss des Social-Media-teils der Kampagne fiel bereits am 29. August mit dem ersten Posting über die feministische Männerarbeit bei StoP. Am 6. September wurde die Kampagne durch eine Auftaktveranstaltung und Pressekonferenz in Wien ins Rollen gebracht, um noch mehr Aufmerksamkeit auch bundesweit zu generieren. Danach wurden die Botschaften wöchentlich auf Social-Media sowie im Rahmen mehrerer öffentlicher Aktionen thematisiert.

Die Aktionen in der Öffentlichkeit sollen Raum für Austausch und Dialog sein, bei dem Männer sich einerseits mit den bisher ausgearbeiteten und andererseits mit eigens kreierten Botschaften (“… ist männ[sch]lich”) auseinandersetzen sollen.

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